Stressabbau im Kloster

Bei Stress verformt sich die Seele

Stress im physikalischen Sinne ist die Anpassung eines Materials bei Verformung. Nichts anderes passiert mit der Seele, wenn die Belastungen von außen so groß werden, dass im Inneren kein Raum mehr bleibt. Burnout entsteht nie über Nacht, sondern kündigt sich an, versendet Warnsignale und gibt den Betroffenen immer die Gelegenheit, zu reagieren. Viel zu viele stresskranke Menschen glauben aber, die Belastungen einfach wegatmen zu können. Hohe Arbeitsanforderungen, wachsende Verantwortungen, Differenzen im privaten und beruflichen Umfeld sind die häufigsten Einflüsse von außen, die zum Burnout führen. Diese Ursachen gehen aber auch immer mit einer brüchigen persönlichen Konstitution einher.

Zu hohe Anforderungen an sich selbst, die eigenen Grenzen zu missachten und mehr zu wollen, als man körperlich in der Lage ist, begünstigen die Entstehung von Stresskrankheiten. Statt die Symptome wie den wachsenden Erschöpfungszustand, permanenten Schlafmangel und nachlassende geistige und physische Leistungsfähigkeit ernst zu nehmen, reagieren viele Betroffene mit noch stärkerem Arbeitseinsatz und der gänzlichen Missachtung der eigenen Bedürfnisse.

Stressabbau ist erlernbar

Wer sich aus diesem Kreislauf früh genug herausnimmt, hat gute Chancen einer ernsthaften Erkrankung zu entgehen. Stressabbau ist erlernbar. Dies funktioniert natürlich nicht auf dem Zebrastreifen in einer belebten Fußgängerzone und auch der Aufenthalt im Wellnesshotel ist nur sehr bedingt hilfreich. Im klassischen Erholungsurlaib hat jeder stark beanspruchte Berufstätige trotzdem sein Handy dabei – ist immer und ständig für jedermann erreichbar; überall stehen Computer herum, um mal schnell seine E-Mails zu checken, denen sich dann ein paar wichtige Telefonate anschließen und schon bleibt für Erholung im Wellnessurlaub eigentlich gar keine Zeit mehr.

Das Kloster ist im traditionellen und biblischen Sinne ein Zufluchtsort; kleine Enklaven, in denen die Gesetze der Alltagswelt und deren Utensilien keinen Zutritt haben.

Erfahrungsberichte zeigen, dass viele Menschen nach einem Klosteraufenthalt verändert sind, neue Energie haben, aber vor allem die Quellen kennen, wo sie diese Energie auch in ihrem Alltag finden. Die Angebote im Kloster auf Zeit gelten unabhängig vom Alter, Geschlecht oder der eigenen Konfession; es muss sich also niemand taufen lassen, um die Mauern eines Klosters betreten zu können. Beim Klosteraufenthalt geht es darum, herauszufinden, wo die Blockaden der Seele liegen und vor allem, wie man diese lösen kann.

Die Einkehr im Kloster hilft neue Wege zu finden

Durch Ruhe, Abstand und Einkehr bekommen die Besucher die Gelegenheit, neue Wege zu finden. Dabei helfen lange Spaziergänge in der oft abgelegenen und stillen Umgebung, ein regelmäßiges Angebot an Gebets- und Schweigemomenten und spirituelle Programme geben wertvolle Impulse, auch über die Zeit im Kloster hinaus von der neuen Energie zu zehren. In einigen Klöstern finden die Besucher auch unterstützende Wellnessprogramme, mit Massagen und Anwendungen, durch die zunächst die körperlichen Verspannungen beseitigt werden. Auch Anleitungen für Autogenes Training, Yoga und spezielle Atemtechniken unterstützen die Heilung der Seele im Kloster.

Eine große Kraftquelle für die Besucher sind vor allem die Begegnungen mit den Menschen im Kloster. Sie geben Geborgenheit und sind wertvolle Gesprächspartner. In erster Linie werden diese Begegnungen dann zu Begegnungen mit sich selbst. Denn auch darum geht es beim Stressabbau: zu erfahren, wer man zwischen den vielen Rollen, die man im täglichen Leben spielen muss, eigentlich wirklich ist. Was bleibt übrig, wenn alle äußeren Fassaden abgestreift sind?

In der Regel werden die Gäste im Kloster in einen festen Tagesablauf eingegliedert. Sie nehmen an regelmäßigen Gebetsstunden teil, helfen bei den anfallenden Arbeiten und auch Zeiten der Ruhe und inneren Einkehr folgen festen Abläufen. Der Glaube an Gott kann hilfreich sein, um einen Zugang zu den Angeboten im Kloster zu finden, ist aber nicht zwingende Voraussetzung. Viel wichtiger ist es, den Weg ins Kloster zu finden, bevor der Stress zur Krankheit wird.

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